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Hybrid empfiehlt sich für Staplereinsatz

26.05.2008

Linde Material Handling zeigt Mild-Hybridstapler

Den ersten Schritt bei der Einführung innovativer Antriebskonzepte wird Linde Material Handling mit einem Hybrid-Stapler gehen. Das auf der CeMAT 2008 in Hannover vorgestellte Konzeptfahrzeug basiert auf einem Dieselstapler der Baureihe 39x und hebt Lasten bis 3,5 Tonnen.

Der auf der CeMAT 2008 vorgestellte Hybridstapler basiert auf einem Dieselstapler Linde H35 und hebt Lasten bis 3,5 Tonnen. Zusätzlich zum Verbrennungsmotor verfügt das Fahrzeug über einen Elektromotor, der gleichzeitig als Starter und Generator fungieren kann.

Zusätzlich zum Verbrennungsmotor verfügt das Fahrzeug über einen Elektromotor, der gleichzeitig als Starter und Generator fungieren kann (Generator-Elektromotor-Starter (GES)-System). Durch die Vernetzung von Verbrennungs- und Elektrotechnik ergibt sich je nach Einsatzfall eine Verbrauchsreduzierung um bis zu 25 Prozent. Ein weiterer Vorteil sind die deutlich verringerten Emissionen sowie zusätzliche Leistungspotentiale.

Bei der von Linde Material Handling gewählten Mild-Hybrid Lösung bildet der Verbrennungsmotor weiterhin die Basis des Antriebsstranges. Zusätzliche Energiepotenziale werden durch den Synchronmotor, eine 400 Volt Lithium-Ionen Batterie sowie ein Energiemanagement im Fahrzeug erschlossen. Um Kraftstoff zu sparen, stellt sich der Verbrennungsmotor bei Stillstand automatisch ab, bei Weiterfahrt erfolgt ein automatisches Wiederstarten (Start & Stopp-Automatik). Da sich die Fahrzeuge bis zu 30 Prozent ihrer Einsatzzeit im Leerlauf befinden, macht sich die Energieersparnis deutlich bemerkbar. In die gleiche Richtung zielt die Energierückgewinnung: Bremsenergie wird in elektrische Energie umgewandelt und in der Batterie gespeichert. Hinter dem "Boosten" verbirgt sich eine aktive Verstärkung des Verbrennungsmotors durch das GES-System, welches insbesondere dann zum Einsatz kommt, wenn das Fahrzeug viel Leistung benötigt, wie dies beim Beschleunigen oder dem Anheben mit Nennlast aus dem Stand der Fall ist.

Bei dem Verbrennungsmotor handelt es sich um einen 30 kW starken SDI-Motor von VW-Industriemotoren. Sein maximales Drehmoment von 120 Nm erreicht das Aggregat bei einer Drehzahl von 1900 U/min. Der unterstützende Elektromotor verfügt über eine Leistung von 13,2 kW (bei 2100 U/min) und erreicht ein maximales Drehmoment von 200 Nm.

Die Voraussetzungen für einen Hybrid-Antrieb sind beim Stapler sehr günstig, so Udo Herrmann, Leiter Vorentwicklung bei Linde Material Handling. Denn anders als im Pkw-Betrieb arbeiten Stapler in einem sehr dynamischen Betrieb mit häufigem Bremsen und Wiederanfahren. Dies macht eine Energierückgewinnung lohnend. Zudem ist die hohe Leistung nur kurzzeitig nötig und zwar beim anfänglichen Beschleunigen des Staplers bzw. beim Heben der (Nenn-)Last. Da der Elektromotor bereits ab dem Leerlauf über ein hohes Drehmoment verfügt, kann er den Verbrennungsmotor sinnvoll ergänzen. Gleichzeitig kann die Verbrennungskraftmaschine durch die unterstützende Funktion des Elektromotors geringer dimensioniert sein. Für den Hybrid-Antrieb sprechen ebenfalls die zum Teil hohen Leerlaufanteile (bis 30 Prozent) im Staplerbetrieb, was eine Start & Stopp-Automatik nahe legt.

Das Antriebskonzept Hybrid zahlt damit auf alle drei Ziele der Managementstrategie Linde PureMotion ein. Der Mensch profitiert von einem Arbeitsumfeld mit geringeren Emissionen, die Umwelt von einer nachhaltigen Kohlendioxid-Reduzierung und einem sparsameren Energieeinsatz. Für den Betreiber rechnet sich der Hybridstapler durch eine deutlich verbesserte Energieeffizienz mit geringeren Kosten bei zusätzlicher Leistungsfähigkeit.

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