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Von der Entwicklung bis zum fertigen Stapler

10.07.2012

Das Produktions- und Montagewerk von Linde Material Handling in Aschaffenburg

Linde Material Handling produziert an sechs Produktionsstandorten weltweit insgesamt 74 verschiedene Baureihen mit insgesamt 170 Modellen und ist damit ein Komplettanbieter. Das Produktspektrum reicht vom kleinen elektrischen Hubwagen mit 500 Kilogramm Tragfähigkeit bis zum grossen Containerstapler mit 52 Tonnen Tragfähigkeit. Auch Stapler für explosionsgeschützte Bereiche gehören zum Angebot. Der Stammsitz in Aschaffenburg beheimatet das grösste Produktions- und Montagewerk von Linde MH. Hier werden verbrennungsmotorische Stapler mit 1,4 bis 8 Tonnen Tragfähigkeit, Elektrogegengewichtstapler mit 1,2 bis 5 Tonnen Tragfähigkeit sowie Schubmaststapler mit Tragfähigkeiten von 1,0 bis 2,5 Tonnen gefertigt, was eine beachtliche Komplexität für Fertigung und Entwicklung darstellt. Es zeichnet Linde MH aus, dass alle wesentlichen Kernkomponenten in eigenen Werken in Aschaffenburg und Umgebung sowie dem tschechischen Ceský Krumlov zu produziert werden. Dazu gehören Gussteile, Hydraulikpumpen, Hubmaste und Kabinen sowie die Antriebs- und Lenkachsen. Das Ziel „Kundenzufriedenheit“ bedeuten für die Produktionsverantwortlichen von Linde vor allem höchstmögliche Produktqualität und Produktivität bei minimalen Durchlaufzeiten.

Das umfangreiche technische Know-how spiegelt sich in der hohen Fertigungstiefe wider. Linde MH ist der weltweit einzige Mobilhydraulik-Anbieter, der seine hydraulischen und elektrischen Antriebssysteme in eigenen Fahrzeugen einsetzt. Diese werden im zweiten Geschäftsbereich, Linde Hydraulics, entwickelt und produziert. Mehr als die Hälfte seines Umsatzes generiert Linde Hydraulics jedoch mit den Herstellern mobiler Arbeitsmaschinen. Die enge Verzahnung von Linde Hydraulics mit globalen OEM-Kunden sowie mit der Staplerentwicklung im eigenen Haus sichert Linde MH die Technologieführerschaft. Die vielfältigen Leistungsanforderungen und anspruchsvollen Einsatzbedingungen insbesondere im Bau- und Landmaschinenbereich treiben die Hydraulikentwicklung voran, wovon der Staplerbau wiederum profitiert.

Von der Idee bis zum fertigen Stapler
Zirka 200 Mitarbeiter aus den Bereichen Konstruktion, Fertigungsplanung, Wertanalyse und Versuch arbeiten im Entwicklungszentrum an dem fortwährenden Anspruch, innovative, leistungsstärkste Geräte anzubieten. Vor jeder neuen Fahrzeugentwicklung werden Marktanforderungen und -trends analysiert sowie Produktanforderungen aus Marketing, Service, Produktion, Qualität, Einkauf im Team abgestimmt. Sie sind die Grundlage des zukünftigen Konstruktionskonzepts. Ebenso fliessen neue Technologien sowie Montage- und Produktionsanforderungen ein. Design to Service lautet eine weitere Massgabe für die Entwicklung. Alle Verschleisskomponenten sollen möglichst leicht zugänglich sein und den späteren Service der Geräte erleichtern.

Alle zwanzig Minuten wird Hochzeit gefeiert
Linde MH fertigt ausschliesslich im Kundenauftrag. In den Montagehallen in Aschaffenburg werden die an verschiedenen Standorten gefertigten Komponenten zum Gesamtprodukt zusammengefügt. Auf induktionsgeführten fahrerlosen Transportsystemen (FTS) durchlaufen die Baugruppen die Montagelinien in einem festen Takt. Für alle verbrennungsmotorischen Staplerbaureihen, die in Aschaffenburg gefertigt werden, gibt es drei Montagelinien: Backend, Chassis- und das Hochzeitsband. Wichtigste Montageposition am Chassis-Band ist der Einbau der Antriebsachse. Sie befindet sich beim Stapler vorn und gehört zu den Know-how-Teilen. Die in der Achse befindlichen Radmotoren sind Teil des hydrostatischen Antriebes, welchem die Linde Stapler unter anderem ihr feinfühliges Fahren und Heben, die hohe Umschlagleistung, den geringen Energieverbrauch und die Wartungsfreundlichkeit verdanken. Am Backend-Band werden die vormontierte Lenkachse, Motor, Kühler und Hauptschalldämpfer in das Gegengewicht eingebaut sowie Schlauchleitungen verlegt und angeschlossen. Es folgt das Hochzeitsband, das seinen Namen der „Verheiratung“ der beiden Baugruppen Chassis und Backend verdankt. Hier wird der Stapler Schritt für Schritt komplettiert bis er nach der letzten Montagestation auf eigenen Rädern das Band verlässt. Für einen Dieselstapler Linde H40 bis H50 mit 4 bis 5 Tonnen Tragfähigkeit beträgt die Gesamtdurchlaufzeit vom ersten Montage-Takt inklusive Einfahren, Service und Finish lediglich 1,8 Tage.

Je nach Kundenwunsch kommen eine Vielzahl von Sonderausstattungen sowie Mast- und Motorvarianten zum Einsatz. Es gibt quasi keinen identischen Stapler. „Diese grosse Komplexität zu bewältigen, ist eine unserer grössten Herausforderungen“, erläutert Roland Hartwig, Vice President Operations Aschaffenburg. Maximale Effizienz wird auch durch die Logistik-Strategie erreicht. Nur grosse Einbauteile, wie Gegengewichte, Achsen, Motoren oder Hubgerüste werden fischgrätenartig den Hauptmontagelinien zugeführt. Diese werden von den internen oder externen Lieferanten „in sequence“ zum Montageplatz gebracht. Kleinere und mittelgrosse auftragsbezogene Einbauteile, beispielsweise Abdeckungen, Auspuff, Partikelfilter oder Anhängerkupplung werden auftragsbezogen in der „Supermarkt“ genannten Kommissionierzone auf einem speziellen Rollwagen zusammengestellt. Dieser Kommissionierwagen wird am Anfang des Bandes dem entsprechenden Stapler zugeordnet und an das FTS angehängt. Der Montagearbeiter hat auf diese Weise alle benötigten Einbauteile zur Hand.

Während des Produktionsprozesses durchläuft ein Stapler mehrere „Quality-Gates“. Im Anschluss an das Hochzeitsband wird der Stapler auf Herz und Nieren getestet, bevor in der Endmontage auch Rückspiegel und Türen am Stapler montiert werden. Anschliessend muss jeder Stapler einen Funktionsprüfstand passieren. Hier wird der Stapler zu hundert Prozent getestet: beispielsweise sein Beschleunigungsverhalten, die geforderte Fahrgeschwindigkeit sowie die Hub- und Senkgeschwindigkeit unter Nennlast (sprich mit maximaler Tragkraft). Erst wenn alle Prüfungen einwandfrei durchlaufen sind, verlässt das Fahrzeug die Montagehalle in Richtung Versand.

Wenn ein Linde-Stapler am Ende eines langen Lebens verschrottet wird, ist er zu 99 Prozent recycelbar. 70 Prozent Gusseisen kommen für einen neuen Stapler zum Einsatz. Auch alle übrigen Materialien wie Stahl, Metalle, Glas, Kunststoff, Gummi und Betriebsflüssigkeiten sind nahezu hundertprozentig wieder verwertbar und kehren als Sekundar-Rohstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurück.

Montagelinie der elektrischen Gegengewichtstapler E20 bis E50
Der komplizierteste Montageschritt, die sogenannte “Verheiratung”, wenn Chassis und Backend präzise zusammengefügt werden.

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Pressekontakt:
Mona Stahl
Tel: 044 835 23 00
Fax: 044 835 23 20
E-Mail: mona.stahl@linde-lansing.ch

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