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Brennstoffzellen-Schlepper fährt vor

03.05.2011

Fronius und Linde MH stellen gemeinsames Projekt HyLog-Fleet vor

Mit einem Brennstoffzellen-Schlepper zeigen der österreichische Batterieladesystem-Hersteller Fronius International und der Flurförderzeughersteller Linde Material Handling auf der Messe CeMAT 2011 am konkreten Beispiel, wie innerbetriebliche Logistik zukünftig emissionsfrei und gleichzeitig effizient funktionieren kann.

Bereits auf der letzten CeMat im Jahr 2008 hatte Fronius einen Schlepper der Firma Linde mit Brennstoffzelle als Antriebskonzept präsentiert. Das nun auf beiden Messeständen gezeigte Fahrzeug ist eine Weiterentwicklung und firmiert unter dem Projektnamen „HyLog-Fleet“ (Hydrogen powered Logistic-System im Flotteneinsatz). Dem Projekt liegt ein 2009 geschlossener Kooperationsvertrag beider Firmen zugrunde, dessen erklärtes Ziel es ist, am Ende eine Reihe von Lagertechnikgeräten mit dem innovativen Antrieb auszurüsten und als Alternative zum Elektro-Antrieb anzubieten. Das auf der Messe vorgestellte Fahrzeug basiert auf einem Schlepper Linde P30 C mit 3 Tonnen Zugkraft. In den Schlepper eingebaut ist eine von Fronius entwickelte Brennstoffzelle der zweiten Generation, die sogenannte „Fronius Energy Cell“. Sie ist im Vergleich zum Vorgängermodell kleiner und kompakter geworden, wodurch der Wasserstofftank nicht mehr auf der Batterieabdeckung sitzt, sondern in den Batterieraum integriert werden konnte. Das neue Design der Brennstoffzelle erlaubt zudem den Einbau in einen Standard-Batterietrog, dessen Abmessungen sich ohne weitere konstruktive Veränderungen auch in Niederhubwagen und Kommissionierfahrzeugen wieder finden. Dies erlaubt die Ausweitung des Einsatzfeldes, wodurch schneller grössere Stückzahlen realisiert werden können, um durch diese Skaleneffekte die Wirtschaftlichkeit der Brennstoffzellenlösung zu verbessern.

In einem nächsten Schritt sollen die Fahrzeuge bei einem Projektkunden zum Einsatz kommen. Unter realen Bedingungen werden die Schlepper auf ihre Einsatztauglichkeit getestet. Nach und nach sollen weitere Fahrzeuge erprobt werden, gemachte Erfahrungen in die Weiterentwicklung der Brennstoffzellen-Lösung fliessen. Schon in der Vergangenheit hat das Projekt, welches unter anderem vom Staat Österreich finanziell gefördert wird, öffentliche Anerkennung erhalten. So wurde das „HyLog“-Projekt bereits 2007 mit dem World Energy Globe Award ausgezeichnet und erhielt 2010 den VDI-Innovationspreis Logistik.

Beim Brennstoffzellenantrieb wird durch eine chemische Reaktion von Wasserstoffmolekülen elektrische Energie freigesetzt. Der aus Wasserstoff gewonnene Strom versorgt den Elektromotor, der den Schlepper antreibt. Die Vorteile der Brennstoffzellen-Technologie manifestieren sich im hohen Wirkungsgrad bei null Emission, denn das Abfallprodukt ist reines Wasser. Zudem entfallen lange Batterie-Ladezeiten. Stattdessen werden die Tanks mit langzeitspeicherfähigem Druckgas bei 350 bar in weniger als fünf Minuten befüllt. Einziger Knackpunkt ist momentan noch die Versorgung mit Wasserstofftankstellen. Deshalb richtet sich die Entwicklung besonders an solche Kunden, die Wasserstoff bereits in ihrem Produktionsprozess einsetzen oder aus anderen Gründen bereits eine Wasserstofftankstelle auf dem Betriebsgelände haben.

Um dem Ziel einer vollständig emissionsfreien Lösung zu entsprechen, wird eine Erzeugung des Wasserstoffs aus erneuerbaren Quellen wie Solarstrom, Windenergie oder Biogas angestrebt. Damit würden die Fahrzeuge nicht nur völlig emissionsfrei arbeiten, sondern es entstünden auch bei der Herstellung des Wasserstoffs keine klimaschädlichen Gase.

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Pressekontakt:
Mona Stahl, Marketing LINDE LANSING FÖRDERTECHNIK AG
Alte Dübendorferstrasse 20, CH-8305 Dietlikon, Fon: +41-(0)44-835-23-00,
Fax: +41-(0)44-835-23-20, Mail: mona.stahl@linde-lansing.ch

Fronius International GmbH:
Boris Ringwald, +43 (0)7242 / 2416436 – E-Mail: ringwald.boris@fronius.com

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